Zukunft des Herzogenriedparks

Der Gemeinderat möge beschließen:

  1. Die Verwaltung berichtet im zuständigen Ausschuss über die Zukunft des Herzogenriedparks, insbesondere zur Frage einer dauerhaften Öffnung ohne Eintrittsentgelt.
  2. Der Bericht beantwortet folgende Fragestellungen:
    • a) Wurde eine Öffnung des Herzogenriedparks bereits in Betracht gezogen?
    • b) Welche Vor- und Nachteile ergeben sich aus einer Öffnung für die Stadtgesellschaft?
    • c) Welche Einsparungen würden sich aus einer Öffnung ergeben (Personal, Infrastruktur für Eintrittskontrolle, Verwaltungsaufwand)?
    • d) Wie entwickelten sich Besucherzahlen und Einnahmen in den vergangenen fünf Jahren?
    • e) Welches Einsparpotenzial böte eine schrittweise Beendigung der Tierhaltung im Park?
    • f) Welche alternativen Finanzierungsmodelle wären bei kostenfreiem Zugang denkbar?
    • g) Welche Erfahrungen gibt es in vergleichbaren Städten?

 

Begründung:

Der Herzogenriedpark ist einer der wichtigsten Grünräume Mannheims. Bürgerinnen und Bürger thematisieren regelmäßig, dass Mannheim zu wenig frei zugängliche Grünflächen bietet. Kostenpflichtige Parkanlagen sind in deutschen Städten die Ausnahme. Die meisten Großstädte bieten ihre Stadtparks kostenfrei an.

Öffentliche Parks bieten zentrale gesellschaftliche Vorteile: Sie ermöglichen soziale Gerechtigkeit durch kostenlosen Zugang für alle Einkommensgruppen, fördern Gesundheit und Bewegung, stärken den Zusammenhalt durch Begegnungsräume und bieten ökologische Funktionen für die gesamte Stadt.

Eine Öffnung wäre zudem eine Einsparmöglichkeit: Wegfall der Kosten für Eintrittskontrolle, Personalabbau und vereinfachte Betriebsstrukturen würden die städtischen Finanzen entlasten. Zusätzliches Einsparpotenzial böte eine Neuausrichtung bei der Tierhaltung. Die Tiergehege im Park erfüllen kaum pädagogische Funktionen und entsprechen eher klassischer Zoohaltung. Eine artgerechte Tierhaltung verursacht hohe laufende Kosten, während die Haltungsbedingungen für die Tiere nicht optimal sind. Die aktuelle Haushaltskonsolidierung erhöht den Druck auf städtische Tochtergesellschaften – die Stadtpark Mannheim gGmbH geriet bereits in die Diskussion, als die Stadt einen vereinbarten Verlustausgleich aus 2023 (BUGA) nicht zahlen konnte.

Eine fundierte Diskussion im Ausschuss ist notwendig, um alle Aspekte transparent zu machen und eine informierte Entscheidung über die Zukunft dieses wichtigen Stadtparks zu ermöglichen.