Der Gemeinderat möge beschließen:
1. Die Schautierhaltung im Herzogenriedpark wird zeitnah beendet. Die Tiere werden in den Luisenpark verlegt oder an Dritte abgegeben. Dabei wird sichergestellt, dass die Tiere nicht geschlachtet, sondern einer artgerechten und sinnvollen weiteren Haltung zugeführt werden.
2. Die Schautierhaltung im Luisenpark wird schrittweise aufgegeben. Dazu erstellt die Stadtpark Mannheim gGmbH ein Konzept, das Tierwohl, Haltungserfordernisse, Aufwand und Kosten der Haltung bei der Reihenfolge und zeitlichen Kalkulation berücksichtigt.
3. Die Stadtpark Mannheim gGmbH erstellt außerdem ein Konzept für die tierfreie und dabei nicht minder attraktive Zukunft des Luisenparks und eine Neuorganisation der Eintrittsentgelte.
4. Diese Konzepte werden dem Aufsichtsrat und den zuständigen Fachgremien im Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt.
Begründung:
Der Luisenpark und der Herzogenriedpark in Mannheim sind keine zoologischen Gärten und können keine artgerechte Haltung gewährleisten. Die Haltung von Tieren zur Zuschaustellung auf eng begrenzten Räumen liefert keine pädagogischen Erfahrungswerte wie Tiersichtungen oder Tierkontakte in natürlichen Lebensräumen. Außerdem erfordert die Tierhaltung in den Parks einen hohen finanziellen Aufwand durch Haltung, Versorgung, veterinärmedizinische Betreuung und bauliche Instandhaltung. Kurzum: Die Bespaßung der Besucher:innen durch lebende Tiere ist unethisch, unzeitgemäß und teuer.
Schon mit unserem Antrag A006/2026 haben wir die Organisation des Herzogenriedparks mit einer für die Tiere unzumutbaren Haltung in Schau- und Streichelgehegen sowie der unüblichen Erhebung von Eintrittsentgelten für einen Stadtpark als Naherholungsgebiet für die Menschen in den umliegenden Wohnquartieren hinterfragt. Durch die Schlachtung des größten Teils des Bestandes an Wollschweinen in beiden Parks der Stadtpark-Gesellschaft hat das Thema Tierhaltung noch einmal an Bedeutung gewonnen. Belegt der Vorfall doch eindrücklich, dass die Parks für die Tierhaltung ungeeignet sind und die Stadtpark-Gesellschaft die Kosten kaum stemmen kann.
Parkanlagen haben ökologische, soziale und zum Teil auch pädagogische Aufgaben. Sie dienen als „grüne Lungen“ der Städte, Naherholungsgebiete und Erlebniswelten. Ein Angebot an Schautieren ist dabei nicht nötig. Aus guten Grund wird es von anderen Park-Betreiberinnen fast nirgends angeboten.
