Die Verwaltung möge berichten:
1. Wie groß ist die Gesamtfläche öffentlicher Grünflächen in Mannheim, die derzeit vom Stadtraumservice gemäht oder pflegerisch unterhalten wird (aufgeschlüsselt nach Flächen- und Nutzungstyp: Parkflächen, Straßenbegleitgrün, Spielflächen, Böschungen, sonstiges)?
2. Welcher Mährhythmus (Anzahl Mähgänge pro Jahr) gilt aktuell für welche Flächen- oder Nutzungstypen?
3. Welche Kosten entstehen der Stadt Mannheim jährlich für die Mäharbeiten auf öffentlichen Grünflächen (Personal, Maschinen, Fremdvergabe)?
4. Gibt es bereits ein schriftliches Pflegeklassenkonzept oder eine Kategorisierung öffentlicher Grünflächen nach Nutzungsintensität und Pflegestandard? Wenn ja, in welcher Form liegt es vor?
5. Welcher Anteil der öffentlichen Grünflächen wird bereits extensiv gepflegt (Insektenweiden, Wildblumenwiesen), und wie hat sich dieser Anteil seit 2021 entwickelt?
6. Wie wird sichergestellt, dass Flächen nicht während der Hauptblüte (insbesondere Mai/Juni) großflächig gemäht werden, und wie wird dies gegenüber ausführenden Betrieben und eigenem Personal verbindlich vorgegeben?
7. Werden extensiv gepflegte Flächen durch Hinweisschilder oder andere Kommunikationsmaßnahmen der Bevölkerung erklärt? Falls nein: Plant die Verwaltung, entsprechende Maßnahmen einzuführen?
8. In welchem Umfang werden städtische Grünflächen auf Basis von Vereinbarungen mit Landwirt:innen bewirtschaftet? Welche Auflagen (z. B. zu Mähzeitpunkte, Schnitthäufigkeit, Erhalt von Blühbeständen) sind in diesen Vereinbarungen verankert und wie wird deren Einhaltung kontrolliert? Wird bei Neuvergaben oder Vertragsverlängerungen geprüft, ob ökologische Pflegestandards verbindlich aufgenommen werden können?
Begründung:
Aus der Bevölkerung wird beobachtet, dass städtische Grünflächen teils großflächig während der Blüte im Mai und Blühränder teils engmaschig (1-2-wöchentlich) gemäht werden. Infolge nachfolgender Hitzeperioden erholen sich diese Flächen nicht mehr und verbleiben für den restlichen Sommer ausgetrocknet – mit negativen Folgen für Insekten, Artenvielfalt und Stadtklima.
Die Verwaltung hat in der Informationsvorlage V487/2021 bereits dargelegt, dass rund 45 Hektar Straßenbegleitgrün in artenreiche Blühwiesen umgestellt wurden, ein mittelfristiges Programm zur Umstellung weiterer 50 Hektar besteht und blühende Bestände in Gruppen möglichst bis zur Samenreife stehen gelassen werden sollen. Es ist erkennbar, dass seither weitere Fortschritte erzielt wurden. Diese Entwicklung ist ausdrücklich zu begrüßen.
Da die letzte Berichterstattung nun fast vier Jahre zurückliegt, zielt die vorliegende Anfrage darauf ab, den aktuellen Stand zu erheben.
