Kein Verkauf des Flora-Wohnhauses durch die Stadt Mannheim

Die Stadt Mannheim plant den Verkauf des als Flora-Haus bekannten Wohn- und Geschäftshauses Lortzingstr. 17-19, das sie vom aufgelösten Gesangsverein Flora treuhänderisch erhalten hat, um es in das Stiftungsvermögen einer noch zu gründenden städtischen Kulturstiftung einzubringen.

Am Samstag, 17. Oktober 2026, haben sich mehrere Bezirksbeiräte der Neckarstadt-West vor dem Gebäude des inzwischen aufgelösten Gesangsverein Flora in der Lortzingstr. 17-19 in der Neckarstadt-West eingefunden. Mit dabei Stadtrat Dennis Ulas und einige weitere Unterstützer des Anliegens. Sie trafen sich mit mehreren Mietern des Hauses, der Betreiberin des im Erdgeschoss befindlichen thailändischen Restaurants SOI 39 und dem letzten Vorsitzenden des Gesangsvereins Flora.

Der Grund des Treffens ist der geplante Verkauf des stattlichen Anwesens, das außer einer Gaststätte im Erdgeschoss neun Wohnungen beherbergt. Außerdem sind eine Kegelbahn im Keller und ein ca. 200 qm großer Versammlungsraum im Hinterhof Bestandteil der Immobilie. Das Gebäude erscheint in einem guten Zustand. Viele Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten wurden in den vergangenen Jahren durchgeführt.

Die Stadt Mannheim bekam das Gebäude samt Grundstück vom Gesangsverein Flora 2025 vermacht, der sich 2024 aus Altersgründen aufgelöst hat. Der ehemals bedeutende Gesangsverein mit vielen aktiven Mitglieder hat das Gelände im Jahr 1912 erworben und das Haus mit eigenen Kräften erbaut. Das Haus wurde vom Verein an die Stadt Mannheim vermacht, damit diese das Vereinsvermögen samt Immobilie in eine zu gründende Stiftung einbringt. Von den Einnahmen der Stiftung sollen Kinder und Jugendliche im Stadtteil musisch und kulturell unterstützt werden.

Nun ist bekannt geworden, dass die Stadt Mannheim das Gebäude gegen Höchstgebot verkaufen will. Treffen mit Kaufinteressenten haben schon stattgefunden. Der Erlös des Verkaufs soll zwar in eine Stiftung fließen, aber das Gebäude wäre unwiederbringlich weg. Die Bewohner der neun Mietwohnungen und die Betreiberin des Restaurants machen sich große Sorgen um ihre Zukunft. Die Mieten sind bisher vergleichsweise moderat.

Die Bezirksbeiräte machten deutlich, dass sie einen eine langfristige Sicherung bezahlbaren Wohnraums wollen. Die Stadt dürfe eine Immobilie, die ihr für gemeinwohl-orientierte Zwecke vermacht worden ist, nicht aus den Händen geben. Möglicherweise wären die Überführung des Gebäudes in eine Genossenschaft oder in Mieterselbstverwaltung – das Grundstück bliebe in städtischem Besitz – alternative Optionen. Letztendlich hat die Stadt mit dieser bedeutenden Immobilie im Herzen der Neckarstadt-West – unmittelbar angrenzend an die Bürgerdienste und Stadtteilbibliothek – auch einen Hebel für die weitere positive Entwicklung des Stadtteils.

Um die Unterstützung zu verbreitern, haben sich die Bezirksbeiräte, Stadtrat Dennis Ulas, die Bewohner des Hauses und der frühere Vereinsvorsitzende darauf verständigt, dass es ein zweites Treffen am Freitag, 30. Oktober, um 16 Uhr vor dem Gebäude in der Lortzingstraße geben soll. Man hofft auf die Unterstützung von weiteren Parteien und Akteuren aus der Neckarstadt.

Bisherige Unterstützer des Aufrufs:
• Dennis Ulas, Stadtrat LTK/Die Linke
• Gerhard Fontagnier, Stadtrat Die Grünen/Die PARTEI
• Wolfgang Westerhaus, Bezirksbeirat Die Linke
• Philipp Fränkle, Bezirksbeirat Die Linke
• Sophia Dittes, Bezirksbeirätin Die Grünen
• Elena Klafsky-Harms, Bezirksbeirätin Die Grünen
• Philipp Krechlak, Bezirksbeirat Die Grünen
• Nele Schwarten, Bezirksbeirätin Die Grünen
• Kai-Uwe Herrenkind, Bezirksbeirat SPD