Die Verwaltung möge berichten:
1. Wie sind die Einsatzstreifen des Kommunalen Ordnungsdiensts (KOD) mit Erste-Hilfe-Material ausgestattet?
2. Werden alle Beschäftigten des KOD im Außendienst regelmäßig in Erster Hilfe geschult?
3. Wie ist der KOD derzeit auf den Umgang mit Menschen in psychischen Krisen vorbereitet? Existieren bereits spezifische Schulungen, Fortbildungen oder verbindliche Handlungsleitfäden zu diesem Thema?
4. Inwiefern besteht aus Sicht der Verwaltung Bedarf, die Handlungskompetenz der Mitarbeitenden des KOD im Umgang mit Menschen in psychischen Krisen durch gezielte Ausbildungsmaßnahmen zu stärken?
5. Inwiefern ist das Kursangebot „MHFA Ersthelfer – Erste Hilfe bei psychischen Gesundheitsproblemen“ als Ausbildungsmaßnahme für Mitarbeitende des KOD geeignet? Dabei wird insbesondere gebeten zu prüfen, ob Inhalt und Umfang des Kurses (12-stündiger Kurs in vier Modulen, u.a. zu Suizidalität, Panik-attacken, psychotischen Episoden und aggressivem Verhalten) den Anforderungen des KOD entsprechen, ob eine verpflichtende oder freiwillige Teilnahme sinnvoll wäre und welche Kosten eine Teilnahme der Mitarbeitenden verursachen würde.
6. Welche alternativen oder ergänzenden Ausbildungsangebote kämen aus Sicht der Verwaltung zusätzlich in Betracht?
Begründung:
Mitarbeitende des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) sind im Außendienst regelmäßig mit Situationen konfrontiert, in denen Menschen mit Verletzungen oder in psychischen Ausnahmezuständen angetroffen werden können. Ein besonders dramatisches Beispiel war die Versorgung der Opfer und die Absicherung der Gefahrenbereiche der Amokfahrt vom 03.03.2025. Hierbei erfüllen die Beschäftigten des KOD wichtige Unterstützungsleistungen, bevor spezialisierte Dienste wie der Rettungsdienst, die Polizei oder psychiatrische Fachkräfte übernehmen können. Eine fachgerechte, deeskalierende und empathische Reaktion in diesen Momenten kann entscheidend dazu beitragen, Eskalationen zu verhindern und betroffenen Personen den Zugang zu geeigneten Hilfsangeboten zu erleichtern.
Das Programm „Mental Health First Aid“ (MHFA) wurde ursprünglich in Australien entwickelt und ist inzwischen weltweit in zahlreichen Ländern etabliert. In Deutschland wird es vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim angeboten. Der 12-stündige Kurs vermittelt Grundwissen über psychische Erkrankungen und Krisen sowie konkrete Erste-Hilfe-Maßnahmen – von Suizidalität über Panikattacken bis hin zu schweren psychotischen Episoden und aggressivem Verhalten. Das Kursformat verbindet Wissensvermittlung mit praktischen Übungen und Rollenspielen und zielt darauf ab, Laien zu befähigen, Menschen in Krisen kompetent und einfühlsam zu begegnen und sie zur Inanspruchnahme professioneller Hilfe zu motivieren. Weltweit haben bereits über 8 Millionen Menschen diesen Kurs absolviert.
Angesichts der täglichen Arbeit im öffentlichen Raum und der wachsenden Anforderungen an kommunale Ordnungsdienste erscheint es sinnvoll zu prüfen, ob eine solche oder vergleichbare Ausbildung als fester Bestandteil der Qualifizierung des KOD eingeführt werden kann.
